Ein Motorbootschein kann aus verkehrs-, versicherungs- und aus strafrechtlichen Gründen gebraucht werden. Lesen Sie, wann, warum und wo welcher Motorbootschein benötigt wird. Welche Möglichkeiten gibt es, einen Motorbootschein zu erwerben und worauf sollte man dabei achten?

Wann wird ein Motorbootschein benötigt?

Wer als Deutscher in Deutschland ein Motorboot mit mehr als 5 PS führen möchte, benötigt einen amtlichen Motorbootführerschein. Wie der Name schon sagt, liegt die Betonung auf führen. Wer unter Aufsicht eines Motorbootscheininhabers ein Motorboot fährt und dabei dessen Anweisungen befolgt, benötigt selbst keinen Motorbootschein. Wer mindestens 16 Jahre alt, gesund ist, sehen und hören kann und keine sonstigen erkennbaren Beeinträchtigungen hat, darf auch ohne Motorbootschein ein Motorboot fahren – aber wie gesagt nur unter der Aufsicht eines Motorbootscheininhabers.

Warum wird ein Motorbootschein benötigt?

Motorbootscheine sind in Deutschland und fast überall in Europa vorgeschrieben. Wichtig ist der Besitz eines Motorbootscheins aber nicht nur bei Verkehrskontrollen, sondern vor allem bei Unfällen. Wer ohne Motorbootschein einen Unfall macht, verliert wegen grober Fahrlässigkeit seinen Versicherungsschutz – auch wenn der Unfall in einem Land passiert, in dem keine Motorbootscheinpflicht besteht. Das ist beim Motorbootschein nicht anders als beim Kfz-Führerschein. Bei Personenschäden, etwa wenn ein Schwimmer überfahren wird oder eine Person ertrinkt, muss jeder deutsche Bootsführer zudem mit einem Strafverfahren in Deutschland rechnen, das besonders schwerwiegende Folgen hat, wenn der Bootsführer keinen amtlichen deutschen Motorbootschein besitzt. Daran denken viele nicht, wenn sie ohne Motorbootschein im Ausland fahren oder vielleicht im Ausland einen ausländischen Motorbootschein (käuflich) erwerben. Ein deutscher Bootsführer muss – spätestens im Falle eines Unfalls – einen amtlichen deutschen Motorbootschein vorweisen können.

Welchen Motorbootschein brauche ich?

Es gibt zwei amtliche Motorbootscheine: der Motorbootschein für die See- und Küstengewässer heißt Sportbootführerschein See, der Motorbootschein für Binnengewässer heißt Sportbootführerschein Binnen. Ihr erstes Ziel sollte der Sportbootführerschein See sein. Auf diesen Motorbootschein baut alles Weitere auf. Hier erhalten Sie eine Grundausbildung in allen Fachgebieten des Bootssports. Neu: Sie können den Sportbootführerschein See online bei Rolf Dreyer erwerben.

Um auf oder an der See zu fahren, wird der Sportbootführerschein See benötigt. Weil dieser amtliche Motorbootschein das Internationale Zertifikat der Vereinten Nationen enthält, wird er weltweit anerkannt. Dabei ist er leichter und für weniger Geld zu erwerben als ein Mofa-Führerschein. Ein Wochenende reicht aus.

Zwar darf man mit dem Sportbootführerschein See weltweit fahren, aber nur auf Seegewässern, nicht auf Seen und Flüssen. Hierzu ist der Sportbootführerschein Binnen erforderlich. Wichtig: Inhaber des Sportbootführerscheins See können den Binnenschein durch eine vereinfachte Ergänzungsprüfung erwerben. Es muss dann nur noch ein Fragebogen ausgefüllt werden. Das ist nicht schwer, weil man mit dem Wissen aus dem Sportbootführerschein See schon den größten Teil für den Binnenschein kennt. Der neue Stoff umfasst nur noch 4 Seiten. Das kann man sich auch leicht im Eigenstudium aneignen. Wer hingegen noch keinen Sportbootführerschein See besitzt, muss für den Binnenschein etwa mit demselben Aufwand rechnen wie für den Sportbootführerschein See.

Daher lautet die Devise: Erst den Seeschein machen und dann den Binnenschein gleich mitnehmen. Den Sportbootführerschein See können Sie online im Internet oder als Präsenzkurs im Rahmen eines Wochenendkurses in der Yachtschule erwerben.

Online-Kurs oder Präsenzkurs – was ist besser?

Die Ausbildung ist in beiden Fällen gleich. Der Online-Kurs kostet weniger Geld. Dafür ist im Präsenzkurs die praktische Ausbildung enthalten (Wert ca. 60,- bis 100,- €). Der Präsenzkurs verlangt die Anwesenheit in der Yachtschule. Rolf Dreyers Vortragsstil fesselt die Zuhörer und motiviert zum Lernen. Aber auch der Online-Kurs macht Spaß. Außerdem lernt man mit dem Online-Kurs sehr viel schneller. Daher buchen die meisten Teilnehmer des Präsenzkurses den Online-Kurs zusätzlich. Fangen Sie doch einfach mal mit dem Online-Kurs an. Dann können Sie selbst am besten entscheiden, ob Sie den Präsenzkurs noch benötigen.

Wie läuft ein Wochenendkurs für den Sportbootführerschein See ab?

Samstag vier und Sonntag zwei Doppelstunden Theorie-Unterricht. Danach haben Sie den Stoff intus, müssen aber zu Hause noch die Prüfungsfragen lernen. Das dauert etwa 20 bis 25 Stunden und erstreckt sich für Berufstätige über etwa vier Wochen. Am Ende dieser vier Wochen erfolgt die praktische Fahrausbildung. Sie findet am Prüfungsort statt. Prüfungen werden regelmäßig überall in Deutschland abgenommen, z. B. in Rostock, Kiel, Aurich, Hamburg, Lübeck, Bremen, Hannover, Berlin, Leipzig, Düsseldorf, Wiesbaden, München, Stuttgart, am Bodensee uvm. Wenige Tage nach der Fahrausbildung, etwa vier Wochen nach dem Wochenendkurs erfolgt dann die Prüfung zum Sportbootführerschein See. Theorie und Praxis werden am selben Tag geprüft. Wenige Tage später erhalten Sie Ihren Sportbootführerschein per Post.

Wie lange dauert es, bis ich Sportbootführerschein See besitze?

Am schnellsten geht das natürlich mit dem Online-Kurs. Der Rekord zwischen dem ersten Einbuchen und dem Sportbootführerschein in der Tasche liegt bei elf Tagen. Den hat ein Hamburger geschafft, der keinerlei Vorkenntnisse besaß. Er stand unter Zeitdruck, weil er den Schein unbedingt im Urlaub haben wollte. Wer so schnell zum Ziel kommen möchte, muss nach dem Freischalten des Zugangs zuerst die Prüfung und die praktische Fahrausbildung organisieren. Im Online-Kurs wird genau beschrieben, wie das geht. Normalerweise hat man den Schein etwa vier Wochen nach Kursbeginn. Wird zwischen den Lerneinheiten zu lange pausiert, so wird im Stress des Berufs- und Alltagslebens auch immer wieder viel vergessen.

Wie bekomme ich dann den Motorbootschein Binnen?

Dazu muss nur noch ein Fragebogen ausgefüllt werden. Den größten Teil des Stoffes kennen Sie schon aus dem Lehrgang zum Sportbootführerschein See. Binnen gibt es einige Besonderheiten und Abweichungen vom Sportbootführerschein See. Das ist keine große Sache, aber wer versucht, beides zugleich zu lernen, kann in der Prüfung alles durcheinander werfen und fällt durch. Besser ist es, sich mit dem Binnenstoff erst zu befassen, nachdem die Prüfung zum Sportbootführerschein See bestanden wurde. Kursteilnehmer aus dem Großraum Bielefeld machen dann noch einen Abend Unterricht. Wem die Anreise zu weit ist, der lädt das Skript (4 Seiten) runter und lernt es zu Hause. Die Binnen-Prüfung kann in der Yachtschule aber auch an vielen anderen Orten in Deutschland abgelegt werden. Bielefelder Ausbildungs- und Prüfungstermine finden Sie hier.

Was für Führerscheine gibt es überhaupt?

Heute gibt es nur noch amtliche Sportbootführerscheine. Das war früher anders. Bis Ende der 60er Jahre gab es ausschließlich Segelscheine des Deutschen Seglerverbandes (DSV) und Motorbootscheine des Deutschen Motoryacht Verbandes. Im März 1967 wurde der erste amtliche Sportbootführerschein eingeführt und am 1. Oktober 1998 löste schließlich der Sportküstenschifferschein den letzten Verbandsführerschein ab. Alte Verbandsführerscheine können unter bestimmten Voraussetzungen in amtliche Scheine umgetauscht werden. Alle amtlichen Scheine enthalten das Internationale Zertifikat der UN.

Fahrtbereich
Amtlicher Schein
DSV-Schein
3-sm-Zone
R-Schein
12-sm-Zone
BR-Schein
Europa
BK-Schein
Weltweit
C-Schein
Binnen
A-Schein

In Deutschland besteht nur innerhalb der 3-sm-Zone Führerscheinpflicht (s. Karte). Jenseits der 3-sm-Zone gibt es im deutschen Küstenmeer keine Führerscheinkontrollen. Wer jedoch einen Unfall macht, ohne eine entsprechende Qualifikation für das betreffende Fahrtgebiet zu besitzen, muss mit straf- und versicherungsrechtlichen Konsequenzen (Vorwurf grober Fahrlässigkeit) rechnen. Grobe Fahrlässigkeit hat in der Regel den Verlust des Versicherungsschutzes zur Folge.

Was ist mit Funkzeugnissen?

Für jemand, der nur Motorboot fahren will, schwer verständlich: Aber dieses Thema ist beinahe noch wichtiger als der Erwerb eines Führerscheinerwerb. Heute im Zeitalter der grenzenlosen Kommunikation muss niemandem mehr klar gemacht werden, dass auf den meisten Motorbooten ein Funkgerät ebenso selbstverständlich ist wie ein Handy an Land. Man denke nur an die Alarmierung im Notfall oder die Schiffslenkung, die – wie durch Fluglotsen – von Land aus erfolgt und bei der gelegentlich auch Motorboote angesprochen werden müssen (gesetzliche Funkbenutzungspflicht auch für Motorboote).

Ein Funkgerät kostet nicht mehr als ein Handy und Funken ist kostenlos. Aber sobald ein Funkgerät an Bord ist, muss der Schiffsführer ein Funkzeugnis besitzen — völlig unabhängig davon, ob das Funkgerät benutzt wird. Denn 2005 sind Funkzeugnisse auch für die Sportschifffahrt zur gesetzlichen Pflicht geworden. Wer ohne Funkzeugnis ein Boot mit Funkgerät führt, kann hart bestraft werden. Funkrecht und auch die Funkzeugnispflicht sind international einheitlich. Auch Länder, die keine Führerscheinpflicht für Sportboote und Yachten kennen, reagieren bei funkrechtlichen Verstößen oftmals rigoros. Übrigens beginnen manche ihre Wassersportausbildung daher mit dem Funkzeugnis.

Als angehender Bootsführer sollte man immer auch das passende Funkzeugnis erwerben. Es gibt drei verschiedene Funkzeugnisse für die Sportschifffahrt. Wichtig: Wer kein Englisch spricht, muss sich auf das Sprechfunkzeugnis für den Binnenschifffahrtsfunk beschränken. Bei den Seefunkzeugnissen gibt es eine Englischprüfung (englische Prüfungsaufgaben).

Fahrtbereich
Funkzeugnis
Gehört zum
12-sm-Zone
Weltweit
Binnen

Auf See ist das Funkgerät das wichtigste Hilfsmittel im Notfall. Aber auch schon bevor es zu einem Notfall kommt, wenn die Sicherheit eines Schiffes oder einer Person bedroht ist, muss eine Rettungsleitstelle über Funk informiert werden. Nur mit einem Funkgerät kann man eine direkte Verbindung zu anderen Schiffen und zu den einschlägigen Einrichtungen an Land (“Küstenfunkstellen”) herstellen. Ein Handy hilft da nicht weiter. Weil im Stress der genaue Schiffsort oftmals nicht nicht übermittelt werden kann, sind Funkgeräte an einen GPS-Navigator angeschlossen. Im Notfall muss dann nur noch die rote Alarmtaste gedrückt werden.

Auch auf Binnenschifffahrtsstraßen wird der gesamte Schiffsverkehr über Funk geregelt. Anders als ein LKW kann ein Schiff an einer Einmündung nicht warten und gucken, ob frei ist. Auch zum Schleusen, beim Überholen, beim Wechsel der Fahrwasserseite, beim Begegnen usw wird das Funkgerät eingesetzt. Daher haben alle großen Binnenschiffe mindestens zwei, oftmals drei oder vier Funkgeräte an Bord. Und Hilfe im Notfall wird binnen auch über Funk organisiert.

Kontakt

Rolf Dreyer
Lehrbuchautor + Yachtschule
Niederwall 7
33602 Bielefeld

Telefon: 0521 - 6 45 00
Mobil: 0160 - 840 4538
E-Mail:

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